Garda Bike Challenge

© Andreas Albrecht

enthalten in Gardasee GPS Bikeguide 2

News

GPS-Orientierungsfahrt
kein Rennen
keine offizielle Zeitmessung
keine Preisgelder
kein Support auf der Strecke
kein Kommerz
das reine Abenteuer
Dabeisein ist alles!
Start und Ziel: Torbole, Strandcafe
Freitag, 21. Juni 2013
geschafft:
1. Dirk Kersken (Goldrunde)
Strecke
10. September 2013
geschafft:
1. Andreas Albrecht (Silberrunde)
Strecke
» Strecke


Tourbeschreibung

Ein bisschen aufgeregt kann man am Start schon sein, wenn man sich das Ziel gesetzt hat, den Gardasee an einem Tag zu umrunden. Doch keine Panik, wenn ihr unterwegs merkt, dass ihr euch zuviel vorgenommen habt. Ohne Probleme kann man die Strecke abkürzen, sei es mit Schiffspassagen oder indem Teilstrecken einfach auf Straßen absolviert werden. Da der höchste Punkt der Route auch "nur" bei 1278 Metern liegt, kann die Strecke auch nahezu während des gesamten Jahres befahren werden. Man muss sich dazu nicht den heißen Hochsommer aussuchen. So, jetzt genug geredet - es geht los, wir folgen GPS-Track: 700a.gpx Falls es die "kurze" Runde (Tour 701) wird, sollte man auch die entsprechenden Verbindungstracks laden: tour701a-Torri.gpx und tour701c-Maderno.gpx Start ist am Strand in Torbole - hier wartet dann das Empfangskomitee, wenn ihr eins dabei habt.
Start in Torbole Empfangskomitee - halt aus!

Dann in Richtung Winds Bar, die Straße überqueren und am Hotel Centrale vorbei, wo auf der rechten Seite gleich der erste lange Aufstieg beginnt. Gut 1000 Höhenmeter am Stück liegen vor uns. Da heißt es die Kräfte einteilen, auch wenn die Steigung später auf der Monte Baldo-Straße teilweise moderat ist. Die erreichen wir nach dem Passieren des Sportparks "Busatte". Danach geht es auf einer steilen Waschbetonpiste durch Olivenhaine auf das Plateau bei Nago. Hier beginnt nun die Monte Baldo-Straße, auf der mitunter Heerscharen von Bikern unterwegs sind. Ein kurzes Flachstück bei der Malga Zures lädt zum kurzen Verschnaufen ein. Weiter geht's bergauf. Immer wollen uns Traumausblicke auf den Gardasee zum Verweilen verführen. Doch dafür ist heute leider keine Zeit. Ein Blick aus den Augenwinkeln muss genügen. Bei den Telegrafenmasten biegt man rechts auf die Schotterpiste ab und verliert ein paar Höhenmeter, die man sich an der Bergflanke des Monte Baldo wieder hart erarbeiten muss. Achtung! An der ersten Weggabel links bergauf fahren.
Straße zum Monte Baldo Straße zum Monte Baldo

Wenn man die Baita della Selva passiert hat, beginnt eine teils heftige Abfahrt auf einer alten Militärpiste, die sich in vielen Serpentinen bergab in Richtung Navene schlängelt. Knifflige Trailabschnitte mit engen Serpentinen wechseln sich mit grobem Schotter ab. Nur keinen Sturz riskieren. Absteigen ist keine Schande, Hauptsache man kommt ohne Blessuren unten in Navene an.
Trail nach Navene Dosso dei Roveri

Jetzt beginnt ein entspannter Abschnitt auf dem Weg, der direkt am Ufer des Gardasees verläuft. Der kombinierte Rad- und Gehweg ist sicher zu manchen Zeiten stark frequentiert, in dem Fall heißt es Rücksicht nehmen. Malcesine durchqueren wir zügig und bleiben weiter auf dem Uferweg. Eine kurze Steigung bei Val di Sogno und wir erreichen kurze Zeit später Cassone.
Blick zurück nach Malcesine Val di Sogno

Jetzt verlassen wir das Seeufer und fahren die Via Chiesa hinauf in Richtung Sommavilla. Nebensträßchen, Karrenwege und kurze Trailabschnitte wechseln sich nun ab. Oberhalb von Magugnano folgt eine steile Rampe ins mittelalterliche Dörfchen Campo. Eng und wehrhaft stehen die alten Steingemäuer beieinander. Eine richtige Zufahrtsstraße für Autos gibt es nicht, das haben wir gesehen. Hier oben herrscht eine himmlische Ruhe, obwohl das quirlige Treiben am Ufer des Gardasees keine 300 Meter Luftlinie entfernt ist.
Isola di Trimelone Pfad nach Campo

Bis Pai folgt eine traumhaft schöne Strecke mit viel Panorama, die um die hundert Meter über dem Wasserspiegel des Sees verläuft. Leider stellt der Einschnitt des kleinen Val Valzana ein unüberwindliches Hindernis dar. Wir müssen hinunter zum Seeufer ein kleines Stück auf der Straße fahren. Teilweise gibt es einzelne Abschnitte, die man am Strand fahren könnte - das ist hier aber nicht unbedingt sinnvoll. Schließlich verlassen wir nach ca. 2000 Metern wieder die Uferstraße und biegen auf die Verbindungsstraße nach Crero ab. In einer Linkskurve verlassen wir die Straße. Hier ist ein Wegweiser nach Ca Cavrie, dem wir kurz nach rechts folgen. Gleich darauf biegen wir links ab und befinden uns auf einem extrem steilen Karrenweg. Das ist eines der ganz wenigen Schiebestücke auf der Route und auch nur ca. 200 Meter lang, nicht Höhenmeter sondern Strecke - zum Glück. Die weitere Fahrt auf der wieder sehr schönen Panoramastrecke entschädigt uns vollauf für die kurze Mühe. Torri del Benaco ist bald in Sichtweite. Die Stunde der Entscheidung ist da: entweder weiter auf der großen Runde komplett um den Gardasee oder die Abkürzung mit der Fähre über den Gardasee nach Maderno? Wie ihr euch auch entscheidet, bereits dieser Abschnitt ist wert, dass ihr ihn gefahren seid. Wer zur Fähre will, fährt bei einer Weggabel in einem Vorort von Torri del Benaco (Villagio Christina) rechts hinab auf Nebenstraßen zur Autofähre (GPS-Track: tour701a-Torri.gpx). Diese Autofähre verkehrt ganzjährig.
Schifffahrtspläne: www.navigazionelaghi.it
Blick auf Torri del Benaco Torri von der Fähre

Wir bleiben auf der großen Route und folgen nun dem GPS-Track 700b.gpx Torri del Benaco durchqueren wir sozusagen in der ersten Etage und bleiben auf dem Pilgerweg, der bald wieder in Schotter übergeht. Ein kurzer Trail bergauf endet an einer Holzschranke. Ein paar Meter nach der Infotafel verlassen wir den breiten Weg und folgen rechts dem interessanteren Trail bergab, der später zur Schotterpiste mit schönem Ausblick auf den Gardasee wird. Schließlich erreichen wir die Küstenstraße. Hier links gefahren und nach ca. 300 m nach rechts zum Ufer des Gardasees abbiegen und am Ufer zurück bis Garda. Zwischen Garda und Peschiera verläuft unsere Route direkt am Seeufer entlang, ein Traum bei schönem Wetter und guter Sicht. Auch wenn der Uferweg bis Peschiera flach ist, heißt das nicht, dass wir so locker dahin rollen können. Kurz nach Lazise endet die gepflegte Uferpromenade und es beginnt eine zu weiten Teilen naturbelassene Strecke. An ein paar sandigen Abschnitten wird man ordentlich in die Pedalen treten müssen, um vorwärts zu kommen.
San Vigilio bei Garda Uferweg bei Garda

Bei Casarola passieren wir einen der vielen kleinen Yachthäfen. Wir müssen kurz absteigen und schieben. In Sichtweite von Peschiera gibt es dann wieder einen Radweg. Die alte Stadt liegt am Südostzipfel des Gardasee und hat eine sehr gut erhaltene Festungsmauer, die die Altstadt komplett umschließt. Wir überqueren den Mincio, den einzigen Abfluss des Gardasees und radeln ins Stadtzentrum. Hier ist immer quirliges Treiben. Leider können wir nicht bis Fornaci am Seeufer radeln - es existiert ein Bikeverbot, was man respektieren sollte. Der Umweg hält sich in Grenzen und zum Glück gibt es einen Radweg, der parallel zur Hauptstraße nach Sirmione verläuft. Am ersten Kreisverkehr nach der Grenze zwischen den Regionen Veneto und Lombardia fahren wir einen schöne Weg am Seeufer entlang über Punta Gro und sind dann wieder auf dem straßenbegleitenden Radweg nach Colombare di Sirmione. Den müssen wir bis Desenzano auch nicht verlassen.
Blick zum Mt. Pizzocolo Sirmione


Tipp: Wenn man in Desenzano merkt, dass es mit der Umrundung an einem Tag wohl heute nichts wird - es gibt eine durchgehende Fährverbindung nach Riva. Schifffahrtspläne: www.navigazionelaghi.it
Durch Desenzano hindurch bleiben wir auf der prächtigen Uferpromenade. Ca. 1 km nach dem Hafen zweigt bergauf eine Nebenstraße durch ruhige Wohngebiete ab. Am Verkehrskreisel müssen wir einen knappen halben Kilometer die Straße benutzen Richtung Salo benutzten Es gibt aber einen Seitenstreifen. Sinn der Übung ist es, den schönen Radweg zu erreichen. Er verläuft an der Abtei Magguzano vorbei nach Padenghe. Hier gibt es am kleinen Gemeindezentrum wieder ein Radweg. Orientierungspunkt ist eine Bankfiliale (Unicredit Banca). Nach ein paar hundert Metern zweigt links ein Feldweg ab (eine sog. strada bianca). Diese leichte Schotterpiste geht in den Radweg nach Moniga del Garda über. Nach dem Ort folgt eine abwechslungsreiche Strecke über Nebenwege und Schotterpisten nach Manerba. Dabei haben wir fast die gesamte Zeit den südlichen Bogen des Gardasees im Blick - einfach traumhaft schön. In Sichtweite der Rocca geht es fast hinab bis ans Seeufer (Lido di Manerba). Der Fußweg am Strand ist für Radfahrer leider offiziell gesperrt, deshalb geht der Track dort auch nicht lang. Es lohnt sich, einen kleinen Umweg zum kleinen Hafen Porto Torchio zu machen, um dort zu rasten.
Lido di Manerba Bucht von Salo

Das nächste Zwischenziel ist Salo, das malerisch in einer Bucht des Gardasees liegt. Bis dahin versuchen wir so weit wie möglich in der Nähe des Seeufers zu fahren, was durch zahlreiche Campingplätze nicht immer funktioniert. Die Strecke über San Felice hat auch ihren Reiz und verläuft bis Porto Portese auf Radwegen und Nebenstraßen. Die Bucht von Salo liegt nun einladend vor uns. Man könnte meinen, ein Landschaftsarchitekt hätte bei der Gestaltung des Ambientes seine Hände im Spiel gehabt. Hinter der Stadt, die die Küstenlinie dominiert, erhebt sich der knapp 600 Meter hohe Monte San Bartolomeo. Etwas in nördlicher Richtung folgt dann noch der markante Monte Pizzocolo (1581 m), der Maderno überragt. Das Geländeprofil lässt allerdings am Seeufer nur wenig Raum, so dass wir zwischen Salo und Maderno den einzigen etwas längeren Abschnitt auf bzw. an der Straße nicht sinnvoll umfahren können. Vielleicht bringt ja das bereits erwähnte Projekt eines Radwegs von Salo nach Limone in absehbarer Zeit Abhilfe. In Gardone findet sich eine Mini-Umfahrung, die durch den alten Ortskern am Seeufer führt. In der folgenden Passage kann man auf straßenbegleitenden Fußwege ausweichen, falls einem das sinnvoll erscheint. Wir erreichen schließlich Maderno und folgen nun dem dritten und letzten Track dieser Gardaseeumrundung. Für die lange und kurze Variante ist das der GPS-Track: tour700c.gpx Die Verbindung von der Fähre (Torri del Benaco - Maderno) stellt der folgende Track her: tour701c-Maderno.gpx Dieser Track führt direkt am Seeufer der Halbinsel entlang. Kurz nach der alten Steinbrücke über das Flüsschen Toscolano treffen die Strecken wieder zusammen. Der Fluss trennt die beiden Hälften des Doppelortes Toscolano-Maderno.
Tipp: Auch in Maderno kann man die Gardaseeumrundung unterbrechen und mit der Fähre hinüber nach Torri del Benaco fahren. Mit dem Rad sollte man es auf flacher Strecke bis Malcesine schaffen. Von dort fährt wieder eine Fähre nach Riva oder Torbole. Schifffahrtspläne: www.navigazionelaghi.it
Panoramastraße bei Gargnano Panoramastraße bei Gargnano

Wir lassen Toscolano schnell hinter uns und können nach wenigen hundert Metern von der Hauptstraße nach Cecina abbiegen. Das bringt ein paar zusätzliche Höhenmeter mit sich, vermeidet aber die Hauptstraße. Wieder gibt es eine schöne Panoramastraße, die uns dann über Bogliaco und Villa wieder ans Seeufer führt. Ein letztes kurzes Stück auf der Uferstraße und wir biegen in die schmalen Gassen von Gargnano ein. Nun beginnt einer der schönsten Abschnitte am südwestlichen Ufer des Gardasees. Nach Gargnano gibt es eine alte Panoramastraße, die vom Charakter her ähnlich ist wie die Ponale-Straße zwischen Riva und dem Ledrotal. Sie ist für den Fahrzeugverkehr gesperrt und windet sich langsam in die Höhe. Einmal müssen wir die Gardesana überqueren. Dann geht der Spaß weiter. Kurz vor einem einzelstehenden Haus wechseln wir auf den Pfad 263. Der entpuppt sich als ein alter Karrenweg und führt nach Piòvere, einem Örtchen, dass von der Struktur her seinen mittelalterlichen Charakter gewahrt hat, aber bewohnt und penibel sauber und gepflegt ist. Nun wird wird die Bergstraße sehr steil. Wir müssen den Canyon des Valle di Piòvere von weiter oben umfahren.
Blick vom Mt. Cas auf Piovere Wenn nichts mehr geht - Baita Segala

Endlich einmal wieder ein ordentlicher Anstieg, werden manche sagen, andere pfeifen vielleicht schon auf dem letzten Loch. Die gewonnene Höhe verlieren wir wieder bei der folgenden Abfahrt auf einem steilen Karrenweg nach Aer, dass zur Gemeinde Tignale gehört. Nun ist es ja nicht mehr weit, denkt man, denn Luftlinie ist es bis Vesio (oberhalb von Limone) nur ca. 6 - 7 Kilometer. Wer das glaubt, hat die Rechnung ohne das Valle San Michele gemacht. Das Tal bildet einen tiefen Canyon, der sich von den Ausläufern des Tremalzos zum Gardasee hinzieht. Es existiert zwar mit der Ponte Sel eine Überquerung, die wohl bis auf die alten Römer zurückgeht. Diese Möglichkeit fällt aber aus, da sie mit einer extremen Schiebepassage verbunden ist, die ich bei meinen Recherchen gewandert bin. Bei dieser Gardaseeumrundung will ich die aber niemandem zumuten. Es bleibt als Alternative nur die Straße zwischen Tignale und Vesio übrig, die mit ihrem Auf und Ab noch Herausforderung genug ist, wenn man schon mehr als den halben Gardasee umrundet hat.
Trail zu Passo Rocchetta Am Passo Rocchetta

In Vesio erreichen wir schließen das Valle di Bondo. Hier wartet der Aufstieg zum Passo Nota auf uns. Wir beißen die Zähne zusammen und sind bei dieser Tour froh, dass die Straße geteert und in leidlich gutem Zustand ist. Die Passage vom Passo Nota hinunter zum Nordufer des Gardasees wird wohl jeder kennen, der sich an dieser Gardaseerunde versucht, da sie eine der spektakulärsten und am meisten befahrenen Strecken am Lago ist. Das Ziel ist zwar schon im Hinterkopf. Nichtsdestotrotz ist der Rest kein Zuckerschlecken.
Ponalestraße Ponalestraße

Auf der Strecke warten einige kurze, aber deftige Gegenanstiege, so dass es sich anbietet, an der Selbstversorgerhütte Baita Segala eine kurze Pause einzulegen. Hier kann man Wasser nachtanken und sich schon langsam mit dem Gedanken vertraut machen, dass es bald geschafft ist. Danach wird die Strecke zwar zum Pfad und später zum schmalen Singletrail, bis am Passo Rocchetta noch eine kurze Schiebestrecke wartet. Das war es dann aber auch an Anstiegen. Mitunter ist hier mit einigem Gegenverkehr zu rechnen, denn nicht wenige Mountainbiker fahren diese Strecke auch andersherum. Wenn man sich dann bergab an der schönen Wurzelpassage zur Malga Palaer voll konzentrieren muss, fragt man sich unwillkürlich, ob das bergauf auch das reine Vergnügen darstellt. Ich habe dabei selten jemanden fahren gesehen. Die allermeisten haben das Rad geschoben. In unserer Richtung endet der Wurzeltrail an einer breiten Forststraße. Wir biegen hier scharf rechts ab und sind im Nu an der Malga Palaer. Der weitere Weg bis Pregasina ist leicht, aber steil. An der Bocca Larici wartet noch ein schöner Aussichtspunkt, ehe wir in Pregasina einrollen. Vorsicht! Kurz vor dem Ort ist eine Schranke, die manchmal geschlossen ist.
Riva Uferweg Riva-Torbole

Pause oder nicht, egal, die restliche Strecke auf der alten Ponale-Straße ist einfach und so wunderschön, dass das Lächeln bis Riva kaum vom Gesicht verschwinden wird. Die restlichen Kilometer auf dem Uferradweg bis Torbole gleichen einem Triumphzug. Unglaublich, wir haben tatsächlich die Gardaseeumrundung an einem Tag geschafft. Lasst uns darauf anstoßen! Wasser, Cola, O-Saft, Bier, Hefeweizen, Prosecco, Champagner - egal. Durst haben wir. Prost!
Prost! Dann gehen irgendwann die Lichter aus.


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19.11.2018