- Region: Gardasee Nord
- Konditionell anspruchsvolle Tour mit leichten Trails, Trails: ∅ S0, max. S1
- Untergrund:
- Straße/Asphalt: 46%
- Schotter: 7%
- Forst-, Feld-, Radweg: 38%
- Trail: 8%
- Höchster Punkt: 1321 m
- Höhenmeter: auf- und abwärts: ca. 1550 hm
- Karte: WK 101, 687
- Einkehr: Albergo Passo Bordala, Malga Somator
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Höhenprofil |
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Wegbeschreibung:
Es gibt Orte am Gardasee, wo ich immer wieder gerne hinfahre, auch wenn das heißt, erst einmal über 1000 Höhenmeter am Stück hochzustrampeln. Einer davon ist Santa Barbara. Die kleine Kolonie mit ein paar Ferienhäusern, die wohl meist einheimischen Familien als Sommerhaus dienen, wenn es im Tal zu heiß wird, ist ein beliebter Zwischenaufenthalt für eine Vielzahl von Touren, die auch schon im Band 1 des "Gardasee GPS Bikeguides" beschrieben sind. Da das Albergo Genzianella direkt auf der Passhöhe wieder geöffnet ist, gibt es auch einen schönen Rastplatz nach der langen Auffahrt, an dem man wieder zusammenfinden kann, falls sich die Radgruppe etwas auseinander gezogen hat. Die Anfahrt über den Radweg von Torbole nach Arco und dann den Monte Velo hinauf detailliert zu beschreiben, hieße wohl Eulen nach Athen zu tragen, so oft ist das schon im Band 1 geschehen (u.a. Tour 405 bis 407, 502). Nur soviel sei gesagt, einteilen sollte man sich die Auffahrt, insbesondere wenn es früh in der Saison ist und man noch nicht soviel Kilometer in den Beinen hat. Nach der obligatorischen Rast in Santa Barbara geht es ab ins Gelände. Ein kleiner Trail bergauf will erst einmal fahrend bezwungen werden. Bei der Kapelle San Antonio wird es leichter. Ein breiter Forstweg zieht sich zur Hochebene im Valle Gresta hin. Hier ist es immer still und beschaulich. Ein schöner Schotterweg führt uns zur nächsten Rastmöglichkeit, dem Albergo am Passo Bordala. Hier können unter Umständen Horden von Motorradfahrern ebenfalls ihre Rast machen oder ohne Unterlass vorbeidüsen. In dem Falle empfiehlt es sich, dort gar nicht lange zu verweilen, sondern gleich zur Malga Somator weiterzufahren. Das geschieht auf einer kleinen Straße, die durch die Wiesen und Felder hoch über dem Etschtal verläuft. Die Terrasse des kleinen Gasthauses hat dann den idealen Aussichtsbalkon. Vom geschäftigen Treiben im mehr als 1000 Meter tiefer gelegenen Rovereto dringt kaum ein dumpfes Murmeln bis hier hoch. Am Wochenende machen gerne italienische Familien ihren Ausflug hierher. Da sind dann alle beisammen: Kinder, Eltern, Großeltern.
Nichten, Neffen und Tanten. Radfahrer werden eher bewundert als belächelt, wobei langsam auch eine Tendenz festzustellen ist, dass Mountainbiken als eine nachahmenswerte Sportart erscheint. Ansonsten ist ja Italien bekannt als das Land der Rennräder mit den schmalen Pneus.
Wir brauchen bei dieser Tour etwas dickere Reifen, denn es folgen ein paar gröbere Abschnitte. Kurz nach der Malga Somator erreichen wir den höchsten Punkt der Tour, danach geht es zunächst steil bergab auf einem schmalen Sträßchen. Bei einer Höhe von ca. 1030 Metern kommt eine scharfe Linkskurve. Hier verlassen wir die Straße und fahren einen kurzen steilen Stich bergauf weiter. Der Untergrund wechselt zu grobem Schotter und der Weg wird zum Trail. Jetzt heißt es, sich streng am GPS-Track zu orientieren. Denn es gibt mehrere Abzweige. Wieder in einer Linkskurve (bei ca. 840 m Höhe) bleiben wir auf dem groben Schottertrail, um nicht zuviel Höhe im Val di Gresta zu verlieren. Schließlich erreichen wir das Örtchen Pannone, von dem aus wir schon die Ruine des Castel Gresta sehen können. Im Mittelalter kontrollierte die Burg das gleichnamige Tal in Richtung Loppio und war im Besitz der Castelbarco der Linie von Gresta. Später zogen sie als Wohnsitz den komfortableren Palazzo in Loppio vor und überließen die Burg der Plünderung und dem Verfall. Die Anordnung der Ruinen und ihre Beschaffenheit legen nahe, dass bereits früher eine Burg vorhanden war, die Castel Vecchio genannt wurde. Von den wenigen übrig gebliebenen Steinen, die von dichter Vegetation umgeben sind, geht eine faszinierende Aura aus. Von der lassen auch wir uns ins den Bann ziehen.
Schließlich reißen wir uns doch los und beenden diese schöne runde Tour mit der Fahrt über die kleine Hochebene bei San Rocco und der steilen Abfahrt hinab nach Nago. Von Serpentine zu Serpentine wird es wärmer. Die Luft steht und beginnt zu glühen, da die Felswand die kühlenden Winde abhält und eher die Sonnenstrahlen absorbiert. Wie üblich kommen uns ein paar Mountainbiker entgegen, die mit hochrotem Kopf die Steigungen um die 25% nach oben fahren. Wenn sie die Tour nachfahren, die ich vermute, steht ihnen das "Schönste" noch bevor, nämlich einen groben Trail bergauf zu schieben, der in der Gegenrichtung wunderbar zu fahren ist (siehe Tour 407 in Band 1). Wir haben jedenfalls eine schöne Tour hinter uns, die wir mit einer rasanten Abfahrt auf der alten Straße von Nago nach Torbole beenden. Das Strandcafe wartet.
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